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Drums & Percussion |
by Heinz Kronberger |
July/August '91 |
Marillion, GTR, Mike Oldfield, Joe Satriani, Alice Cooper... alles beruhmte Namen. Ihr Schlagzeuger: Jonathan Mover. alles klar? Bei uns (noch) nicht so bekannt, entwickelt er sich im Augenblick in den Staaten zu einem der beliebtesten Drummer in der Sparte Hard/Heavy/Fusion. Er hat wie Steve Smith und Vinnie Colaiuta bei Gary Chaffee gelernt und spielt eine interessante Mischung aus obengenannten Musikrichtungen. Er wohnt in New York, befindet sich aber zumeist entweder im Studio oder auf irgendeiner Welttournee. Du hast gerade das Joe Satriani Trio verlassen und willst Dich nun auf neue Projekte konzentrieren. Was konnen wir darunter verstehen? Grundsatzlich soltte ich erst einmal erwahnen, daB nicht ich Joe Satriani verlasen habe, sondern er selbst das Trio auf Eisgelegt hat. Das liegt wohl hauptsachlich an seinem neuen Vertag mit Sony Music. Seinew ersten Platten erschienen auf kleinen Labels - und im Laufe der lesten drei Jahre haben wir uns durch standiges Touren nach vorn gearbeitet. Wir entwickelten uns binnen kurzer Zeit von der Clubband zum Stadion-Act. Dazu kommt noch, daB der Bassist Stuart Hamm und auch ich an Soloprojekten arbeiten und sich das Trio dadurch mehr und mehr auseinandergelebt hat. Sicherlich werden wir mal wieder zusammen spielen, aber Satrianis nachste Platte soll wohl sher ein <<Akustik>> - Album weren, und da bin ich uberflussig. Ich arbeite gerade an meinen eigenen Stucken, zumeist gitarrenbetonte Instrumental-songs - und hoffe, dad Ganze noch in diesem Jahr veroffentlichen zu konnen. Ansonsten habe ich gerade Stu's Soloalbum fertiggestellt und enige Workshops fur Tama und Zildjian durchgefurt. Wie kam es eigentlich zu Deiner Zusammenarbeit mit Alice Cooper? Dazu muB ich schon ein wenig ausholen. Als ich 1987 von London aus in die USA zaruckkehrte, stieg ich bei Satriani ein. Er hatte gerade SURFING WITH THE ALIEN fertiggestellt und wir tourten sehr viel, um die Platte su promoten. danach machten wir unsans Komponieren fur die nashste Platte. Als wir bereit waren, ins Studio zu gehen, hatte Joe personliche Probleme - und alles zog sich hin. Mir kam von einer Audition fur die Band namens Skollie etwas zu Ohren. Dieses Projekt sudafrikanischer Musiker suchte einen Tour-Drummer. Ihre Platte hatte Anton Fig eingespielt der allerdings nicht touren konnte, da er bei der Dave-Letterman-show, einer Fernsehsendung, unter Vertag ist. Ich bekam den Job - und wir tourten zweieinhalb Monate lang durch die ganze Sowjetunion. Das war eintolles Erlebnis, nicht nur musikalisch. Als ich nach der Tour weider in L.A. war, arbeitete Joe immer noch an seiner Platte. Er hatte zu wenig Geld und die Plattenfirma stellte ihn unter einen enormen Zeitdruck. Das album FLYING IN A BLUE DREAM wurde dann auch nur mit Drumcomputer aufgenommen. Da Joe fruhestens einhalbes Jahr spater auf Tour gehen wollte, war ich arbeitslos. Ich flog zuruck nach New York. Dann kam dieser Anruf vom Alice-Cooper-Management. Gregg Bissonette hatte mich empfohlen und ich wurde zum Vorspielen gebeten. Am nachsten Tag ging es deswegen gleich wieder zuruck nach L.A.- Eine Stunde nach Landung saB ich schon hinter dem Schlagzeug. Wir spielten nur ein paar Songs; Alice war sofort begeistert. Ich hatte danach knapp drei Wochen Zeit, um mit der Band sechsunddreiBig Stucke zu lernen. Dann ging es auf Tour. Wir waren zuerst einige Monate in Europa und danach in Kanada, als Joe sich weider bei mir meldete. Er warm fertig und wollte auf Tour gehen. Seine Tour startete montags, die Alice-Cooper-Kanada-Tour war am Sonntag zuvor zu Ende gegangen Ich uberlegte dennoch nicht lange und redete mit Alice uber mein Anliegen. Er hatte nach Kanada funf Wochen Pause und fand Eric Singer einen neuen Drummer. Fur mich aber begann
die harteste Zeit in meinem Leben. Da wir ja bei Joe Satriani nur im Trio spielten, wurden
also viele Parts uber Sampler eingespielt. Einen groBen Teil davon triggerte ich vom
Drumset aus an. Dazu muBte man es aber erst einmal programmieren. Ich nahm also in den letzten beiden Wochen der Alice- Cooper-Tour
jeden Morgen den ersten Flug nach San Francisco und arbeitete mit Joe und Stu an den
Samples und Songs. Am Nachmittag nahm ich einen Flug zuruck nach Kanada zum jeweiligen
Gig. Nach diesen vierzehn Tagen StreB gingen die zwei Tourneen nahtlos ineinander uber.
Somit hatte ich insgesamt sechsund- dreiBig Tage am Stuck gearbeitet, bevor die ersten
vier freien Tage kamen. Ich verzog mich nur noch ins Hotel und habe die ganzen Tage
geschlafen ...
Du
bist in Boston/USA geboren und aufgewachsen, hattest jedoch Deine ersten professionellen
Jobs in London. Wie kam es dazu? Du gilst hier in den Staaten eher als ein fusion-orientierter Drummer. Deiner auBeren Erscheinung nach zu urteilen wurde man Dich allerdings eher in der Heavy-Ecke einordnen.
Ich probiere einfach gern einiges aus, genau wie in der Musik. Der Nasenring ist
einfach dazugekommen, weil ich ihn bei Tommy Lee sah. Ansonsten finde ich das, AuBere
nicht so wichtig. Hier in L.A. wirst du ohnehin Typen mit Tatoos und langen Haaren finden,
die fast nur Jingles furs Werbefernsehen spielen. Auf der anderen Seite gibt es Trommler
mit kurzen Haaren, im Anzug, die ihre Musik als >>Kick-Ass-Rock'n'Roll<<
bezeichnen. Auch bei rnir kann sich sowas von heute auf morgen andern, je nach dem, wie
ich fuhle. Mit Elektronik
arbeite ich eigentlich immer weniger. Bei Satriani hatte ich zwei Roland-Octapads und zwei
Akai-S1000-HD-Sampler. Bei einem Gig brachte der Sampler total andere Sounds als ich
eigentlich wolite und das Publikum muBte denken, ich sei total irre. Im Studio setze ich
verstarkt auf akustisches Schiagzeug, was ohnehin wieder angesagt ist. Im Augenblick
spiele ich die Tama >>Artstar II<<-Kessel und die >>Noble &Cooley
Zildjian<<Snaredrum. Meine Becken und Stocke sind von Zildjian und die Felle
neuerdings von Evans. Mit ihrer neuen >>Genera<< -Serie erreiche ich den
vollen, satten Sound, der Mir vorschwebt. Beim Stimmen habe ich daher auch keine festen
Intervalle oder Notenskaten. Ich stimme rein nach Gehor: die kleineren Trommeln ziemlich
hoch und die groBeren Toms dafur um so tiefer. Alles ist auf ein Tama-Rack montiert.
Ansonsten besitze ich noch ein Custom-Set von Tama. Es hat kurze, dunne Kessel mit
Verstei- fungsreifen und sehr kleine Bockchen. Es ist einoptimales Studio-Set, das ich
live nur ungern mitnehme, da es ein Einzeistuck und sehr wertvoll ist. Ja, als junger Drummer wollte ich immer durch die ganze Welt touren. Einiges davon habe ich schon gesehen, China und Sudamerika fehlen mir noch. He, falls jemand da drauBen einen Schlagzeuger sucht, um dort zu touren: "Hier bin ich!" |
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